Mutig, stolz und vielleicht ein klein wenig aufgeregt erklommen die 37 Schülerinnen und Schüler der neuen ersten Klasse die Treppen zur Bühne im gut gefüllten Saal. Oben angekommen traten sie durch den Bogen aus Rosen und Sonnenblumen in ihren neuen Lebensabschnitt hinein. Ihre Klassenlehrerin, Annerose Baumeister, empfing jeden einzelnen von ihnen mit einer Herzlichkeit, die bis in die entlegensten Ecken des Säulensaals zu spüren war und überreichte jedem ihrer neuen Schüler eine Sonnenblume. Auch Ihre bisherigen Schützlinge, die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse, begrüßten die Erstklässler mit liebevoll selbstgebastelten Schultüten. Sie sollen ihnen von nun an als Paten zur Seite stehen. Zu guter letzt wurde Julia Petschallies auf der Bühne begrüßt. Sie wird als Assistenzlehrerin die erste Klasse begleiten - eine Besonderheit in diesem Schuljahr. Stille breitete sich sodann im Saal aus als Frau Baumeister begann, das Märchen "Das blaue Licht" der Gebrüder Grimm zu erzählen. An der spannendsten Stelle angelangt, unterbrach Frau Baumeister ihre Erzählung und zog mit ihren kleinen und großen Schützlingen hinaus gen Erstklasszimmer, wo sich dank fleißiger Helfer auch der Blumenbogen inzwischen eingefunden hatte. Die Eltern, Großeltern und Geschwister konnten sich unterdessen im Kunstturm an all den Köstlichkeiten laben, die die Eltern der zweiten Klasse im für sie gerichtet hatten. Kurze Zeit später endete die erste Unterrichtsstunde und Erstklässler sowie Paten strömten ganz gelöst und lachend auf den Schulhof. Wir möchten die Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse mit ihren Familien ganz herzlich in unserer Schulgemeinschaft begrüßen und freuen uns auf viele schöne und spannende Jahre!

microphone 2316268 1920Am Mittwoch, 25. Oktober, um 20 Uhr erklärt Henning Kullak-Ublick, ehemaliger Waldorflehrer und jetzt einer der Vorstände des Bundes der Freien Waldorfschulen, bei seinem Vortrag in Landsberg, warum der Kopf  Hand und Fuß braucht.

Unsere Kinder werden einmal Verantwortung für eine Welt übernehmen, die wir heute bestenfalls erahnen können. Wir müssen uns als Eltern, Lehrerinnen und Lehrer daher fragen, welche Fähigkeiten sie schon als Kinder und Jugendliche veranlagen und dann immer weiter entwickeln müssen, um ihr Leben und die Herausforderungen von morgen aktiv gestalten zu können. Für die Waldorfpädagogik gehört das "Lernen mit Kopf, Herz und Hand", das von den führenden Lern- und Hirnforschern unserer Zeit schon lange gefordert wird, zu ihren konstituierenden Grundlagen. In seinem Vortrag zeigt Henning Kullak-Ublick anhand der Herausforderungen unserer Zeit, was das für die pädagogische Praxis konkret bedeuten kann.

Henning Kullak-Ublick, geboren 1955, unterrichtete 26 Jahre als Klassenlehrer an der Freien Waldorfschule Flensburg und lehrt im In- und Ausland zur Klassenlehrer-Methodik. Er ist als Vorstand im Bund der Freien

Waldorfschulen, bei den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners, der Internationalen Konferenz der Waldorfpädagogischen Bewegung und Waldorf100 tätig und Herausgeber und Kolumnist der Zeitschrift Erziehungskunst.

Buchveröffentlichung: Jedes Kind ein Könner - Fragen und Antworten zur Waldorfpädagogik (seit 2017 als Jubiläumstaschenbuch im Verlag Freies Geistesleben)

Die 8. Klasse präsentiert ihr Theaterprojekt: ZUM TEUFEL MIT DEN GEISTERN

eine Kriminalkomödie in 4 Akten von Horst Helfrich

Regie: Andreas Goetz

DO 25. Mai,  FR 26. Mai,  SA 27. Mai 2017  um  19 Uhr 30

England 1893 …

Die schon betagte Lady Emily Luttrell lädt – wie jedes Jahr -  ihre Verwandten zum Geburtstag auf ihr Schloss Huntingcourt in der Nähe von Manchester ein. Die Verwandten aber haben nur eines im Sinn: sie wollen so schnell wie möglich an ihr Erbe kommen. Deshalb beabsichtigen sie, Tante Emily um die Ecke zu bringen. Ob die Mordanschläge gelingen, oder ob dann doch der Gärtner oder der Buttler der Mörder ist, man wird sehen …

8KlassTheater2017

 

 

10. Klasse der Waldorfschule spielt „Ludovico – A Clockwork Orange“

Landsberg. Die 10. Klasse der Freien Waldorfschule Landsberg bringt am 28. und 29. April eine Adaption von Stanley Kubricks bekanntem Kultfilm „A Clockwork Orange“ aus dem Jahr 1971 auf die Schulbühne. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch des britischen Autors Anthony Burgess aus dem Jahr 1962. Burgess schrieb über Jugendbanden im Großbritannien der 1960er Jahre, über die Fragen der Indoktrination und der freien Persönlichkeitsentfaltung.

Hauptfigur ist der Jugendliche Alex, der einen fragwürdigen und schockierenden Lebensstil führt. Zusammen mit seinen „Droogs“ schlägt er Bettler, vergewaltigt Frauen und raubt Läden aus. Aber im Grunde ist Alex ein Opfer. Von seinen eigenen Leuten verraten, landet er im Knast. Um diesem schneller zu entkommen, meldet er sich freiwillig als Testperson für eine neu entwickelte Heilmethode, die „Ludovico-Methode“. Diese Behandlung, die einer Gehirnwäsche gleicht, wird ihm den freien Lebenswillen nehmen. Ist absolute Freiheit das Einzige, was zählt? Soll jeder Mensch die Freiheit haben, sich schlecht und falsch zu verhalten?

Bild 02

Bild 01

Eigenständig kümmert sich die 10. Klasse um Regie, Kostüme, Bühnenbild, Werbung und Sponsoring. Die Schülerinnen und Schüler werden in der Regiearbeit unterstützt von Jonas Kemmler, Schauspieler und ehemaliger Schüler der Freien Waldorfschule Landsberg. Die Aufführungen am Freitag, 28. und am Samstag, 29. April, beginnen jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Schüler freuen sich über Spenden.

Text: Marinus Knierim
Fotos: Anna Blessing

Kaum zu glauben

In einer mittelalterlichen Stadt namens Schilda lebten einst ein paar schlaue Bürger... In einer lebendigen Stadt namens Landsberg spielten jüngst die Viertklässler der Freien Waldorfschule das Theaterstück „Die Bürger von Schilda“ auf.

Schildbuerger KL4 2017 05

„Nein, was sind wir für kluge Leute, das ist ja kaum zum Aushalten“, ruft die Köhlerin immer wieder von der Bühne. Und das Publikum möchte am liebsten rufen: „Ja, was seid ihr für wunderbare Spieler, die ihr mit so viel Spielfreude, Witz und klaren Stimmen die Bürger von Schilda darstellt und uns die Geschichten vom Rathausbau ohne Fenster, von der Bürgermeisterwahl mit Gedichtwettbewerb und dem Besuch der Kaiserin, der man halb geritten und halb gelaufen auf Steckenpferden entgegen kommt, erzählt.

Schildbuerger KL4 2017 12

Die Klassenlehrerin Barbara Pfeiffer hat die Spieler in zwei Besetzungen aufgeteilt, die jeweils am Vormittag vor den Schülern und am Nachmittag vor Eltern, Verwandten und Freunden das Stück zeigen. Wer gerade nicht auf der Bühne spielt, begleitet im Klassenorchester das Stück mit beschwingter Musik, die von der Musiklehrerin Barbara Mayer komponiert und einstudiert wurde.Vor stimmungsvoller Kulisse und in wunderbaren Kostümen präsentieren die Schüler die einzelnen Bürger, Handwerker, Ochsen- und Schweinehirten, die auf ihre ganz eigene, sehr unterhaltsame Art ihre Probleme zu lösen versuchen.

 

 

Das Publikum muss immer wieder herzhaft lachen und in der Schüleraufführung am Vormittag ergänzen die Erst- und Zweitklässler im Publikum freudig die falschen Reime der Schildbürger beim Gedichtwettbewerb zur Bürgermeisterwahl. Als der Senftopf, ein Gastgeschenk für die Kaiserin zu Boden fällt, springt das junge Publikum auf, um zu sehen, wie der imaginäre scharfe Senf am Boden zerläuft und ekeln sich mit der Kaiserin, wenn am dreckigen Finger des Schmieds der scharfe Senf als Anspielung auf den scharfen Verstand der Schildbürger zum Probieren angeboten wird.

Schildbuerger KL4 2017 01k

Am Nachmittag wird ebenfalls viel gelacht und so mancher Zuschauer denkt nebenbei, wie aktuell doch die Geschichten aus Schilda sind: gibt es da nicht irgendwo einen Flughafen, der nie fertig wird und eine Stadt mit Aussichtsturm ohne Aussicht... Kaum zu glauben, aber Schilda ist überall. Mit viel Applaus wird zum Schluss den jungen Darstellern und Musikern für diesen wunderbaren Ohren- und Augenschmaus gedankt!

(Text und Fotos von Vanessa Schormann)