Bildende Künste

Der Fachbereich Kunst besteht in der Unterstufe aus Kunsterziehung (Malen, Zeichnen, Plastizieren) und Werkerziehung (Handarbeit, Handwerk, Gartenbau).

In der Oberstufe kommt der Kunstunterricht hinzu, der Geschichte und Theorie der Kunst thematisiert. Zudem lernen die Schülerinnen und Schüler hier, diejenigen ästhetischen Gesichtspunkte zu reflektieren, die sie in ihrem praktischen Tun während ihrer Schullaufbahn ständig begleiten. Die Ästhetik umfasst neben der Wissenschaft der Kunst und des Schönen auch die Wissenschaft der Wahrnehmung und der Erkenntnis. Dabei ist es wichtig, dass die Welt dem Menschen im Erkennen nicht fertig gegeben ist, sondern dass der Mensch im Erkennen produktiv und schöpferisch an der Entstehung der Welt beteiligt ist. Hieraus wird ersichtlich, dass die Kunst als Fach nicht neben den anderen Unterrichtsfächern steht, sondern inniglich mit ihnen verwoben ist.

Die ästhetische Zuwendung zur Welt wird in der Unterstufe im Malen durch die sinnlich-sittliche Behandlung der Farbe und im Zeichnen durch die Beschäftigung mit inneren Gesten im Fomenzeichnen gefördert. So gewinnen die Schüler ein lebendiges Verhältnis zur Welt. Diese Zuwendung wird in der Mittelstufe durch ein genaues Naturstudium und das perspektivische Zeichnen vertieft, durch die Arbeit am Stoff im dreidimensionalen Raum verwirklicht und im Werken zu einer praktischen Beziehung zur Welt gesteigert. Wenn die Schüler dann in der Oberstufe ihren persönlichen Standpunkt durch eine gestärkte Urteilskraft festigen, wird diese Arbeit im Werkunterricht weiter vertieft und noch deutlicher auf soziale Zusammenhänge hin organisiert. In der Kunsterziehung wird allerdings das Konkrete aus der Zweckgebundenheit erlöst, zur Kunst gesteigert und kultur- und bewusstseinsgeschichtlich reflektiert. Hier wird das künstlerische Schaffen in seiner Beziehung zum naturwissenschaftlichen Können und Wissen als Freiheitsraum erkannt, der den Menschen zum Ausdruckswesen erhebt und seinen Weg in die Welt stützt.