Fremdsprachen

Ein Schlüssel zur Welt

Der frühe Erwerb mehrerer Sprachen erweitert das Innenleben des Kindes, fördert Kreativität und Denken. Im Fremdsprachenunterricht streben wir neben der Sprachbeherrschung auch die Verankerung der Fremdsprachen im ganzen Menschen an. Das Sprechen einer Sprache heißt auch, in ihren Empfindungen und Bewegungen zu leben. Jedes Wort, jeder Satz bildet Klangempfinden, Verständnis, Physiologie der Sprechwerkzeuge, Mimik und Gestik in einzigartiger Weise aus. Das Ziel ist es, in einem möglichst einsprachig gehaltenen Sprachunterricht im Kind die Fähigkeit des Zuhörens und Einfühlens in fremde Situationen und Kulturen zu entwickeln.

 

In den ersten drei Jahren arbeiten wir fast ausschließlich mündlich. Das Kind taucht durch eigenes Tun in kleinen Spielen, Tänzen und Liedern in die neue Sprachwelt ein. Es nimmt den Klang, den Sprachrhythmus und die grammatikalischen Strukturen nachahmend und unbewusst auf.

In der vierten Klasse steht das Schreiben und Lesen im Mittelpunkt. Die in den Jahren zuvor gelernten Reime und Lieder werden nun verschriftlicht, was den Kindern den Einstieg in das Lesen und das Erleben der Unterschiede von Schrift- und Lautbild erleichtert. Weiterhin üben die Kinder das dialogische und chorische Sprechen. Das unbewusste Nachahmen spielt in dieser Jahrgangsstufe nach wie vor eine maßgebliche Rolle.

 

In den folgenden Jahrgangsstufen der Mittelstufe erweitern wir anhand von Lektüren und kleinen Texten der Grundwortschatz und vermitteln die Grundgrammatik. Das bewusste Einüben von Sprachstrukturen, Übungen sowie nach und nach anspruchsvollere Lektüren stehen nun im Vordergrund des Sprachunterrichts, der zunächst immer noch reproduzierenden Charakter hat, aber langsam in die Eigeninitiative und kreative Tätigkeit des Schülers übergeht. Das Arbeiten ohne Lehrbuch ermöglicht dem Sprachlehrer einen Unterricht nah an der jeweiligen Lerngruppe, da er Themen und Vokabular individuell an den Interessen und Bedürfnissen der Schüler orientiert in den Unterricht aufnehmen kann.

 

Die Klassen der Oberstufe stehen im Zeichen der Eigentätigkeit des Schülers. Das mündliche und schriftliche Leistungsvermögen wird insbesondere hinsichtlich des Sprachstils differenziert geschult. Dabei spielen unter anderem Dramen und Romane des 20. und 21. Jahrhunderts eine maßgebliche Rolle. Der bilinguale Geografie-Epochenunterricht ermöglicht den Schülern zudem ab der 11. und 12. Klasse zunehmend die Begegnung mit realen Themen. Der Fremdsprachenunterricht orientiert sich an den Anforderungen des Europäischen Referenzrahmens, B1- bzw. B2+-Niveau, je nach angestrebtem Abschluss (Mittlere Reife oder Abitur). Die Fremdsprachen werden im Abitur ausschließlich mündlich geprüft.

 

Das Ziel des Sprachunterrichts ist es, im heranwachsenden Menschen das Interesse für andere Menschen im Rahmen einer globalisierten Welt zu wecken und die Schüler dazu zu befähigen, darin selbstbewusst, offen und tolerant tätig zu werden.